Weihnachtsessen

29.12.2011 22:23 2 Kommentare

Weihnachten war und ist im Privathause Krenzer ganz anders als anderswo. Zum offiziellen Weihnachtsessen kommen meine Frau und ich (leider) nicht. Aber heute Abend haben wir es ungeplant nachgeholt...

Jedes Jahr zu Weihnachten sind meine Schwiegereltern bei uns zu Gast. Sie kümmern sich nicht nur fantastisch um ihre Enkelmäxe. Nein, meine Schwiegermama macht zu Weihnachten auch noch einen richtig leckeren Hirschbraten mit Rotkohl und Thüringer Klößen. Nur leider komme ich nie dazu, einmal an diesen Feiertagen mit zu genießen. Dieses Jahr stand ich sogar selbst in der Küche. Gäste und Mitarbeiter haben es zum Glück ohne große Blessuren überstanden.

Nachdem ich heute 10 Stunden lang alle meine Apfelweine von der Hefe genommen habe, gehe ich hungrig in den Keller. Ah, da ist ja der Topf mit den Resten vom Festessen. Hirschbraten, Soße und Rotkohl. Vom Rotkohl ist leider auch am meisten da. Und so ein richtiger Fan von diesem farbigen Gemüse werde ich wohl nie. Nun gut, es gilt, das Beste daraus zu machen. Ich bringe alles hoch in unsere kleine Privatküche. Nehme einen Schluck vom gerade aus dem Betrieb geschmuggelten KRENZER 40 und stelle mein Bierglas neben der vereinsamten Mango im Obstkorb ab. Und da kommt mir die Idee, wie ich den Rotkohl doch noch zu einem Festessen mache:

Den Hirschbraten schneide ich in mittelgroße Würfel und erhitze diese in der Soße. Da von der Soße allerdings auch nur noch eine "Pfütze" übrig ist, verlängere ich diese mit den Sahneresten aus meinem Kühlschrank. Jetzt kommt das Rotkraut dazu. Und anschließend die gewürfelte Mango. Aber ich brauche noch eine Zutat, um dem zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftig ausschauenden, aber schon wohlriechendem "All-in-One-Gericht" den nötigen Pepp zu verleihen. Und da entdecke ich das Reagenzglas "Melange Noir" von Ingo Holland - Gewürzguru aus Klingenberg am Main. Das isses! Total begeistert rufe ich meine grösste Kritikerin zum Probieren herbei. Und prompt beisst meine Liebste auch noch auf ein Pfefferkorn...

Ah, ganz klar: Das richtige Getränk fehlt ja auch noch. Meine Spontanentscheidung fällt auf einen 2007er Gewürztraminer aus Tauberfranken. Steht zufällig auch einsam auf der Terrasse herum. Ein sogenannter "Terassenwein" also. Als meine Frau zwei Teller holen will, sage ich: "Nix gibts, das wird mit der Gabel aus dem Topf gegessen!" Es geht doch nichts über einen einfachen, unkomplizierten und trotzdem genussvollen Lebensstil...

 

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  1. 02.01.2012 11:37 quetschenastrid
    Lieber Jürgen,

    einfach machen, das ist vielen Menschen verloren gegangen. Toll, dass ein gelernter Koch noch einfach kochen kann. Diese Art von kreativer Resteküche erinnert mich an unsere Topf-und-Deckel-Gerichte im Campingbus. Auch zuhause koche ich gerne alles in möglichst wenig Töpfen. Das hat rein praktische Gründe: ich bin spülfaul und leide unter der "Dreiplattenpanik": Wenn die dritte Platte auf dem Herd gebraucht wird, werde ich panisch. Also stehe ich zu dieser Unzulänglichkeit und beschränke mich auf Eintopf oder Zweitopfgerichte.

    Was mir bei Deiner Beschreibung allerdings Sorgen bereitet: Die Mango! Hast Du etwa alle Äpfel verkeltert? Oder wolltest Du aus Prinzip kein Apfelrotkraut, weil das ja fast alle machen;-)

    Ich wünsche Dir, Deiner Familie und dem ganzen Team einen guten Start ins neue Jahr und noch viele einfache und praktische Einfälle.
  2. 09.01.2012 20:37 Jürgen
    Hallo, liebe Astrid,
    es war eine Bio-Mango aus dem tegut. Und sie musste geopfert werden. Apfel-Rotkohl ist ja wirklich nicht gerade erotisch. Goldparmänen-Honig-Rotkohl klingt schon besser. Champagnerrenetten-Zimt-Rotkraut ebenfalls. Oder Birnen-Rotkohl von der Guten Grauen - sowas von lecker. Ich habe mich aber spontan für die Mango entschieden. Obwohl sie keinen Namen hatte. Für dieses eine Mal. Fremdgehen ist schon aufregend. Aber nur beim ersten Mal...
    Ganz schafe Neujahrsgrüsse und viel Gesundheit für 2012!
    Dein Jürgen

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Immer mitkriegen wenn der Krenzer was neues blökt...
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