Auf ein Neues - ihr Einfallslosen!

25.12.2011 20:06 5 Kommentare

Jetzt geht es bald wieder los. Denn die Einladungen sind verschickt. Zum Glück bekomme ich davon nicht so viele. Weil wahrscheinlich viele der Einladenden meine Meinung über diesen Unsinn schon kennen. Neujahrsempfänge sind ja sowas von überflüssig...

Alle Jahre wieder: (Fast) jede Kommune, jeder Verband, jede IHK, jede Handwerkskammer - ach eigentlich alle, die eigentlich Besseres zu tun hätten, laden ein. Zum Neujahrs-Empfang!

Hauptdarsteller: Politiker aus der 2. Reihe, denen dann endlich mal wieder einer zuhört. Denen im Land- und Bundestag "lammweilig" geworden ist. Weil da ja zuviel von dieser ihrer Sorte abhängen. Vorteil für den Veranstalter: Politiker kosten nix. Nachteil: Was nix kostet, das taugt auch meistens nicht so viel. Auch beliebt: Referenten aus der 3. Reihe, oft Berater oder ehemalige Unternehmer. Die eben ihr Unternehmen vor kurzem oder längerem "erfolgreich" verkauft haben. Ich frage mich dann immer wieder: Wenn deren Unternehmen so erfolgreich war, warum haben die Deppen es dann verkauft? Na ja, ich bin nur ein einfacher Hauptschüler - und kann nicht alles nachvollziehen.

Nebendarsteller: Eingeladene Unternehmer und Kommunalpolitiker und Menschen des öffentlichen Lebens, die sich scheinbar kein Glas Billigsekt oder ein dänisches Vorderformschinken-Häppchen mit Dosenananas-Garnitur määhr leisten können und deshalb zu diesen Veranstaltungen nahezu pilgern.

Ablauf: Immer das Gleiche. Der Präsident begrüßt langatmig. Manchmal (je nach Gewicht des Ansagers) auch kurzatmig. Aber trotzdem extrem lammweilig. Dann folgt oft ein Minister, vielleicht auch ein Generalkonsul oder sonstwer. Nichts Erhebendes. Hauptsache, die Zeit wird totgeschlagen.

Fazit: Solche Empfänge sind ein reiner Inzest von Politikern und Funktionären - und alle anderen glotzen dabei zu. Ist irgendwie schon wie Pornographie. Nur anders. Denn die Glotzer verschwenden ihre wertvolle Zeit. Zeit, die richtig Geld kostet. Rechnen wir doch mal die Zeit von 500 Unternehmern und Bürgermeistern zusammen, die letztes Jahr dem Lügenbaron zu Guttenberg beim IHK-Empfang  in Fulda zugehört und kräftig applaudiert haben. Und noch auf diesen allzu gestressten Politiker (o.k., damals noch in der 1. Reihe, jetzt unter ferner liefen) einige Zeit warten mussten. Und auch noch brav sitzen blieben. Ein Zufall, das diese Veranstaltung auch noch im Stadttheater stattfand?

Mein Vorschlag an Alle, die jetzt eine Einladung zu einem Neujahrs-Empfang bekommen: Geht einfach nicht määhr hin zu diesen Empfängen. Und besucht statt dessen einen Menschen, der an diesem Tag nicht mit eurem Besuch und eurer Zeit rechnet.  Macht was total ver-rücktes! Oder - falls ihr lieber einen Tag intensiv arbeiten wollt - dann spendet  den Betrag von 100.- Euro für Menschen, die es dringend brauchen. Und davon gibt es genug. Bei uns in Deutschland und anderswo. So schaffen wir es gemeinsam, das diese überflüssigen Neujahrsempfänge abgeschaaft werden. Und wir Menschen uns wieder den sinn-vollen Dingen des Lebens zuwenden.

Blök!

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  1. 25.12.2011 21:38 Auer Bernhard
    Lieber Herr Krenzer,

    schön dass Sie den Mut haben, das auch mal auszusprechen. Noch besser finde ich die Anregung, Zeit und Geld für die Menschen zu investieren, denen damit geholfen werden kann, die sich darüber freuen und die dankbar sind dafür.

    Liebe Grüße
    Bernhard Auer
  2. 26.12.2011 09:59 Jürgen
    Lieber Herr Auer,
    die Rechnung ist ganz einfach: Wenn 300 Verantwortungsträger 3 Stunden irgendwo rumsitzen oder auch stehen, dann sind das bei einem Stundensatz von 100.- knapp 300.- pro Teilnehmer. Multipliziert mit 300 wären das 90.000.- Euro an Kapital, was man sofort für eine gute Sache investieren könnte. Und der Hammer dabei: Das Geld kommt durch das Nichtzustandekommen einer Veranstaltung zusammen!
  3. 28.12.2011 12:34 Stephan Siemon
    Gude, Jürgen!
    Du sprichst mir aus der Seele. Ich kann diese traurigen Gestalten, die sich da, C&A-Anzug am Leibe und Schlips in der jeweiligen Parteifarbe um den meist feisten Hals, am Billig-Prosecco festhalten und meinen, das sei "Arbeit", auch nicht mehr sehen.
    Wichtig für uns indessen ist, daß wir mit Power ins neue Jahr gehen, und dazu gehört vor allem Spaß zu haben an dem, was wir tun. (Eine solche Lebenseinstellung wird diesen "Veranwortungsträgern" wohl immer fremd bleiben.
    In diesem Sinne - ein schaafes 2012.
  4. 31.12.2011 09:43 Jürgen
    Danke, lieber Stephan. Graue Anzüge und parteifarbene Krawatten sollten per EU-Richtlinie verboten werden. Aber dann halten sich wahrscheinlich nur die Deutschen dran... Naja, egal. Wünsche euch auch ein extrem schaafes 2012 - und mir natürlich eine "Tour de Bembel" - Buchlesung mit euch bei uns im R.A.S.T. !!!
  5. 09.01.2012 00:12 Jürgen
    Habe gerade noch einmal nachgelegt. In der aktuellen Kolume der Allgemeinen Hotrel- und Gastronomie-Zeitung (AHGZ) geht es genau um dieses Thema. Und um määhr. Darf das leider hier noch nicht veröffentlichen. Obwohl mein grösster Kritiker (meine liebe Frau Sylvie) herzhaft darüber gelacht hat...

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