KRENZERS Geschichte

Es ist der 15. August 1988. Der junge Koch und frischgebackene Hotelbetriebswirt Jürgen Krenzer sitzt in seinem Hamburger Büro eines großen Lebensmittelkonzerns. Er hat gerade vor zwei Wochen seine neue berufliche Tätigkeit als Assistent der Produktentwicklung begonnen. In seiner Heimat, der Rhön und im elterlichen Betrieb sah er an der Zonengrenze keine berufliche Perspektive. Der Gasthof Zur Krone dümpelt in dieser Zeit so vor sich hin. Mit Schnitzelkarte und touristischen 08/15-Angeboten wie Clubtour mit Grillabend und Tanzmusik mit bunter Wurst-Käseplatte. Es gibt auch schon einen erheblichen Investitionsstau im Betrieb. Der Trost der Mutter: Anderen geht es auch nicht besser! Und die Gäste kommen aus Holland, dem Ruhrgebiet und aus Paderborn, um die Grenze zur DDR anzuschauen. Ein echter Grusel-Tourismus eben.

Plötzlich klingelt das Telefon. Jürgens Mutter Maria ist dran und bittet ihn, nun doch zu Hause einzusteigen. Jürgen muss überlegen. Eigentlich hat er dazu überhaupt keine Lust. Und doch verspricht er, morgen zu einem klärenden Gespräch in die Rhön zu fahren. Die Fahrt mit dem alten Golf von Hamburg nach Seiferts wird auf einmal zur Visions-Autobahn...

Denn Jürgen liebt seine Rhön, würde dort auch gerne sein Geld verdienen. Es sollte aber zum Leben reichen. Und jetzt wünscht er sich, dass ihm Gastronomie endlich Freude bereitet. Und er trotz harter Arbeit Spaß daran hat. Er träumt von tollen, aufgeschlossenen und extrem konsumfreudigen Gästen. Und er wünscht sich super motivierte Mitarbeiter, die auch mitdenken und mitlenken können. Außerdem möchte er alles einfach ganz anders als alle anderen machen. So seine Perspektiven. Träumen ist leichter als Realisation. Aber vor jeder Umsetzung braucht es eine Vision.

Wir schreiben das Jahr 2014. Aus dem alteingesessenen Gasthof „Zur Krone" ist längst das Rhönschaf-Hotel in "krenzers rhön" geworden. Jürgen Krenzer setzt konsequent auf regionale Produkte in Küche und Keller und hat mit einer groß angelegten Initiative das Rhönschaf vor dem Aussterben gerettet. „Artenschutz per Speisekarte" - so war das Motto des damals viel belächelten jungen Wirtes.

Auch die 20 Gästezimmer werden ausnahmslos mit heimischen Hölzern renoviert und man schläft tatsächlich wie im Rhöner Wald. Und sogar in sechs Schäferkarren mitten in der Obstwiese. Statt Campari-Orange gibt es ApfelSherry aus der eigenen „Schau-Kelterei" - eine Erlebniswelt rund um den Apfel. Die Auslastungsquote steigt von 25% in 1988 auf 75% in 2014. Der Umsatz entwickelt sich von 157.000 DM in 1988 über 850.000 EUR (alles Nettobeträge) in 2007 auf 1.200.000 EUR in 2014. Die Umsatzrendite liegt dabei bei beachtlichen 21%.

Die Gäste kommen aus ganz Deutschland und Krenzers Rhönerlebnisse kommen ohne klassische Werbung aus. Fast jeder TV-Sender hat schon über das kleine Hotel mitten im Biosphärenreservat berichtet. Und der Betrieb lebt vom Mund-zu-Ohr-Marketing. Viele Gäste empfehlen die Rhönerlebnisse immer wieder weiter. Eine äußerst lebendige, authentische und persönliche Homepage soll nicht nur informieren, sondern faszinieren.

Auf Sterne und Klassifizierungen hat man im Rhönschaf-Hotel komplett verzichtet. „Wir haben hier 5 Schafe und 5 Äpfel. Die Gewinner von morgen setzen ihre eigenen Maßstäbe", so der gradlinige Wirt. Unter den Touristikern der Rhön hat Krenzer nur wenig Freunde. „Die glauben, dass die Rhön nur mit Wellness und 4-Sterne-Häusern in den Tourismusolymp aufsteigen kann. Dabei liegt der Erfolg im Biosphärenreservat Rhön tatsächlich in der Natur - eine Region muss sich und ihre authentischen Angebote viel besser vermarkten", so Krenzer. Tatsächlich haben die Tourismusverantwortlichen in der Thematik Biosphärenreservat keine Perspektive gesehen und die UNESCO eher mit Argusaugen beobachtet. Ein Fehler, wie sich später herausstellte.

Schon vor einigen Jahren haben Krenzer und sein Team außergewöhnliche Angebote für ihre Gäste geschaffen. Sein Erfolgsgeheimnis: „Beschäftige den Gast - sonst beschäftigt er dich!" wird tatsächlich in die Praxis umgesetzt. Das fängt beim Apfelkeltern mit Gästen an, geht über Obstwiesen-Picknicks, Genuss-Wandertouren, Schäferei-Events und hört beim Bärlauchsammeln und dem gemeinsamen Kochen und Auslöffeln der Suppe noch lange nicht auf. Den Gästen gefällts.

„Die Zukunft gehört dem ProSumenten. Die klassische Aufteilung auf Produzent und Konsument ist Vergangenheit. Der Gast will miterleben, wie ein Produkt entsteht", so der mittlerweile 49 jährige Gestalter von krenzers rhön. Und das trifft nicht nur auf Lebensmittel und Getränke zu. Das entscheidet auch den touristischen Wettbewerb.

 

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